Category: Theater

26
Okt

UN ABRAZO FULMINANTE – EINE AUFWÜHLENDE UMARMUNG

EINE PERFORMANCE ÜBER DAS ANARCHISCHE LEBENSGEFÜHL DES TANGO ARGENTINO

Termine:

    16. Oktober 2020, Hinterhofsalon, Köln
    15. Mai 2020, VHS Bergisch Gladbach, ausgefallen wegen Covid 19
    03. Oktober 2019, LOFT, Köln
    20. September 2019, Rheinische Musikschule, Köln-Holweide

Vor zwei Jahren hat sich das cuarteto TANGOMANÍA gefunden und mit Leidenschaft dem Tango Argentino verschrieben. Der Name ist seitdem Programm.
Die vier Künstler touren mit ihren Gastspielen in Köln und dem Bergischen Land. Für sie ist der Tango eine fesselnde Ambivalenz aus Tristezza und trotziger Sinnlichkeit, aus Erotik und Vergeblichkeit. Das cuarteto TANGOMANÍA greift jene faszinierende Zerrissenheit auf und entführt sein Publikum einen Abend lang in die lockende, widersprüchliche Welt dieses Tanzes.

In Un abrazo fulminante erzählt das cuarteto TANGOMANÍA die Geschichte des jungen Einwandererpaares Francesco und Laura Agostini, das nach seinem Aufbruch aus Italien im Jahr 1885 durch die Höhen und Tiefen seiner Entscheidung geht. Nach einem schweren Rückschlag erlebt Laura die Anfänge des Tangos, in dem sich die unterschiedlichen Musikrichtungen der Einwanderer zu einer einzigartigen Verbindung vereinen. Er wird für Laura Trost und Herausforderung zugleich.

Das cuartetoTANGOMANÍA lässt in seiner Performance Musik, Tanz und Erzählung zu einer spannungsreichen Synthese verschmelzen.

Georgia Papadimitriou, Violine
Jan Weigelt, Klavier
Petra Vetter, Wort/Tanz/literarischer Text
Ulrich Steiner, Wort/Tanz

19
Nov

A Happy Ending?

Tanztheater von Petra Vetter

Wann sprechen wir in einer Beziehung von einem Happy End?
Ist es das, was Hollywood uns glauben machen möchte?
Was geschieht, wenn sich zwei Menschen mit ihren Hoffnungen und Ängsten begegnen?

Diesen Fragen geht die Choreographin Petra Vetter in A Happy Ending? nach.

Zwei Menschen treffen sich zufällig, scheinbar ohne nachhaltig voneinander berührt zu sein. Sie begegnen sich erneut und finden sich nun attraktiv. Das Spiel mit den Reizen beginnt. Sie versuchen, einander mehr oder weniger subtil zu dominieren. Beide haben ihre Beziehungserfahrungen, die sie dazu veranlassen, sich hinter ihren inneren Mauern zu verstecken. So versuchen sie, ihr verletzbares Ich nicht zu zeigen. Dann eskaliert die Situation, ein Stück der inneren Mauer fällt. Das ist der Auftakt zum gegenseitigen Erkennen. Was sie nun voneinander wahrnehmen gefällt ihnen so sehr, dass der Wunsch entsteht, zusammenzufinden. Ist ein Happy End möglich?

Die Charaktere des Stückes werden von Isabella Heymann und Egid Minác, beide Tänzer am Landestheater Detmold, verkörpert. Petra Vetter verwebt ihre Choreographien mit lyrischen Texten der Autorin Bettina Lohaus, die eigens für dieses Stück geschrieben wurden. Sie schaffen eine atmosphärische Dichte, ohne eine Parallelgeschichte zum Tanz zu erzählen oder diesen zu illustrieren. Der Jazzpianist Martin Kübert hat für dieses Tanztheater Musik von Abdullah Ibrahim /Dollar Brand bearbeitet, die er live spielen wird.

Tanz: Isabella Heymann, Egid Minác
Klavier: Martin Kübert
Rezitation: Petra Vetter
Lyrik: Bettina Lohaus
Licht: Peter Sandvoß
Skript und Choreographie: Petra Vetter

Die Produktion des Projekts ist eine Kooperation der MediaDesignProduktion Gugel+Steiner, Bergisch Gladbach und der Rheinischen Musikschule Köln.

Performance

30.Mai 2015, 19.00 Uhr
31.Mai 2015, 19.00 Uhr

Bühne des Gymnasiums Kreuzgasse, Vogelsangerstr. 1, 50672 Köln
Kartenreservierung: 0221-951 46 90
Abendkasse ab 18:00 Uhr

Sehen Sie hier eine Szenenauswahl



Kritik von Ellen Brombach zum Tanztheater „A Happy Ending?“ von Petra Vetter

„Da bist du wieder
siehst mich aus meinen Augen an
hängst dich wie Blei in die Winkel meines Mundes
gräbst Furchen der Schwermut in meine Stirn…“

mit diesen Worten beginnt das Stück „A Happy Ending?“ der Choreografin Petra Vetter. Mit beeindruckender Präsenz rezitiert sie Texte der Autorin Bettina Lohaus und führt den Zuschauer ohne Umschweife in das Geschehen. Schnell wird dem Zuschauer klar: Hier geht es ans Eingemachte. Noch während der Zuschauer das verarbeitet, beginnt ein Kokon, der auf der Bühne steht, sich langsam zu bewegen. Gefangen in ihren eigenen, selbst errichteten Mauern, windet sich eine Tänzerin hin und her, bevor ihr geholfen wird, sich zu befreien und Mauern einzureißen. In diesem Stück geht es um Mauern, den eigenen Mauern und Mauern anderer – um die Annäherung aneinander, um die Abgrenzung, um Liebe, Kampf und Macht – eben um das große Schlachtfeld „Beziehung“.
Petra Vetter verwebt ihre Choreografie mit lyrischen Texten, die eigens für dieses Stück von der Autorin Bettina Lohaus geschrieben wurden. Sie schafft eine atmosphärische Dichte, ohne eine Parallelgeschichte zum Tanz zu erzählen oder diesen zu illustrieren.

Die Tänzer Isabella Heymann und Egid Minac vom Landestheater Detmold glänzen in ihren Rollen als Liebespaar, das sich zufällig in Leichtigkeit und Verspieltheit findet und trennt, nochmals aufeinander trifft, sich ausprobiert, provoziert, bekämpft und sich doch immer wieder findet – in einem Wechselbad der Gefühle – dem ewigen Hin und Her, das jedem nur allzu bekannt ist. Sehr eindrucksvoll: der Tangopart! Hier liegen sie sich innig beim Paartanz in den Armen, um dann im nächsten Augenblick vermeintlich gegeneinander zu kämpfen. Beide stecken ihr Territorium ab, versuchen zu dominieren, den anderen zu manipulieren, bis die Situation eskaliert. Beide verteidigen ihre vermeintliche Selbstbestimmung, bis schließlich einer von beiden die schützende „Maskierung“ aufgibt, sodass sich am Ende beide völlig „schutzlos „ gegenüberstehen.

Der Zuschauer durchwandert das gesamte Beziehungsgeflecht vom Kennenlernen bis zum vermeintlichen Happy End – er ist Voyeur – ohne Langeweile. Er begegnet Glück, Freude, Hass, Aggression, Gleichgültigkeit, alles was eine heutige Beziehung ausmacht. Der Jazzpianist Martin Kübert begleitet das Stück, in dem er Themen der Musik von Abdullah Ibrahim / Dollar Brand verarbeitet.

Das Stück „A Happy Ending?“ der Choreografin Petra Vetter präsentiert sich als durchdachte und gelungene Arbeit. Schade nur, dass der Aufführungsort diesem guten Tanztheaterstück nicht gerecht werden konnte. Das zeigt noch einmal, wie dringend in Köln geeignete Orte für Tanz benötigt werden.